in Thüringen

Ich bin immer gerne und weit gereist. Die Erinnerungen an diese Reisen haben mir während der lange Wartezeit auf ein neues Organ sehr geholfen und mich in einigen depressiven Phasen wieder aufgerichtet. Darum war ich sehr gespannt, wie es mir wohl nach der Transplantation ergehen würde. Fest stand für mich, Reisen müssen wieder sein.
So habe ich also den Plan gefasst, langsam Schritt für Schritt Reisepläne zu schmieden und diese zu verwirklichen.
So 3 bis 4 Monate nach der Transplantation wurden Ausflüge in die nähere Umgebung durchgeführt, aber auch schon eine Bahnreise in den südlichen Schwarzwald (Verwandtenbesuch) war möglich.

Im Mai 2013 erhielt ich ein Kunstherz. Wie kam es dazu?

Zuvor lebte ich fast 10 Jahren mit einer dilatativen Kardiomypathie bei fortgeschrittener Herzinsuffizienz. Im Alltag funktionierte es ganz gut, aber arbeitsfähig war ich nicht mehr. Dank der täglichen Medikamentendosis, die im wesentlichen aus Betablockern, ACE-Hemmern, Blutverdünnern und Entwässerungstabletten bestand, hielt ich mich durchaus akzeptabel über Wasser. Zudem hatte ich einen implantierten Defibrillator, der mehrfach aktiv wurde und meinen mitunter völlig irren Herzrhythmus zumindest vorübergehend wieder ins Lot brachte. Ich stellte mich aber trotzdem schon regelmäßig im DHZB vor, um zu sehen, ob ich schon ein Transplantationskandidat bin.

Ausgangspunkt meiner Transplantation war eine chronische Cholangitis (Gallenstau), hervorgerufen durch eine langjährig bestehende Colitis ulcerosa (chronische Dickdarmentzündung). Durch den Gallenstau in den feinen Kapillaren, welche die Leber durchziehen, bildete sich eine Leberzirrhose aus. In letzter Konsequenz blieb nur eine Lebertransplantation übrig. Nach einer Wartezeit von 7 Monaten erfolgte sie am 9. September 1998 im Virchow-Klinikum.