Reisen nach Transplantation

     in Thüringen

Ich bin immer gerne und weit gereist. Die Erinnerungen an diese Reisen haben mir während der lange Wartezeit auf ein neues Organ sehr geholfen und mich in einigen depressiven Phasen wieder aufgerichtet. Darum war ich sehr gespannt, wie es mir wohl nach der Transplantation ergehen würde. Fest stand für mich, Reisen müssen wieder sein.
So habe ich also den Plan gefasst, langsam Schritt für Schritt Reisepläne zu schmieden und diese zu verwirklichen.
So 3 bis 4 Monate nach der Transplantation wurden Ausflüge in die nähere Umgebung durchgeführt, aber auch schon eine Bahnreise in den südlichen Schwarzwald (Verwandtenbesuch) war möglich.

 

    in Norwegen

Ich wurde im September transplantiert und so habe ich für den folgenden Sommer dann 1 Reise nach Rügen und 6 Wochen später für 1 Woche nach Thüringen durchgeführt. Hierbei wurde viel gewandert und frische Luft und Kondition getankt. Wegen der Ernährung haben wir Ferienwohnungen zwecks Selbstversorgung vorgezogen.

Der Erfolg dieser Anfänge des Reisens hat mich ermuntert auch wieder eine Flugreise in Angriff zu nehmen. Doch wohin und wann? Zunächst kam kein Ziel in Frage, wo es zu heiß sein würde.

Da meine Schwester im August eine Schiffsreise gebucht hatte, entschieden wir uns dort ebenfalls zu buchen. So ging es dann Anfang August nach Kirkenes zum Nordkap und mit dem Hurtigrutenschiff für 1 Woche südwärts nach Bergen. So eine Schiffsreise hat den Vorteil, man kann seiner Kondition entsprechend an den Ausflügen teilnehmen oder an Bord ausspannen.

 

   Florida / Everglades

Bei der nächsten Reise Anfang Dezember haben wir uns nach langem Überlegen für Madeira entschieden. Dort ist es das ganze Jahr über nicht zu warm und nicht zu kalt, von der Witterung also ideal. Damit wir dort auch mobil sind ,wurde ein Mietwagen dazu gebucht. Auch diese Reise verlief erfolgreich und ohne Komplikationen. Auch beim Fliegen traten keine Beschwerden auf.

Das wurde mir ja auch vor der Reise von meinem betreuenden Arzt Dr. Betmann bestätigt, doch die eigene Erfahrung ist da viel wichtiger, um zu verstehen, wie es in einem drinnen wirklich aussieht.

 

 

      New York

Da meine Frau schon immer nach New York wollte, mir aber ein paar Tage für diese Entfernung zu kurz waren, sollte ein weiteres Ziel in den USA mit der Reise verbunden werden. Naheliegend für den Zeitpunkt März war dann Florida. So ging es ans planen und durchführen. In der Regel buche ich nur die Flüge und ein Auto vorab . Diesmal kam aber noch die erste Nacht Hotel – wegen der späten Ankunftszeit – und das Hotel in New York dazu. In Florida ging es dann an der Küste lang von Ft.Myers über Key West nach Miami, wobei die Everglades intensiv besichtigt wurden.

Alles verlief glatt und meine Blutdruckwerte waren besser als zu Hause. Das beflügelte mich dann auch in New York, wo wir täglich bis zu 9 Stunden unterwegs waren. Überwiegend zu Fuß oder mit der Subway und dem Linienbus.

Diese Reise war auch psychisch ein voller Erfolg und gibt mir den Mut und die Zuversicht künftig weitere Traumziele in Angriff zu nehmen.

Eine große Hilfe und Ratgeber war bei allen Ausflügen und Reisen die Info der IOP-Reisen nach einer Transplantation – und die Ratschläge der TX-Ärzte, z.B. über die Medikamenteneinnahme bei Reisen mit Zeitverschiebung.

 

Dietmar Matzk