Hat man sich zu einer Transplantation durchgerungen, kommt man als erstes einmal auf die Warteliste. Ab hier heißt es, Geduld haben und durchhalten. Wie lange die Wartezeit ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie zum Beispiel dem Schwergrad der Erkrankung, oder auch der Blutgruppe. Ebenfalls ist die Verfügbarkeit der Organe ein wichtiger Faktor. Laut aktuellen Zahlen bekommt derzeit rund die Hälfte aller Wartepatienten ein Organ, während die andere Hälfte die Wartezeit nicht überlebt. Schuld daran ist der Mangel an Spenderorganen.

Patienten, denen es gesundheitlich noch möglich ist, verbringen diese Wartezeit zu Hause. Andere sind bereits so krank, dass sie in der Klinik warten. Wichtig ist, dass man in ständigem Kontakt mit seinem Arzt und der Klinik steht, und dass man immer erreichbar ist. Dazu bekommt der Patient eine Handy oder einen Europieper. So ist gewährleistet, dass man innerhalb kürzester Zeit in der Klinik sein kann.

Verschlechtert sich der Gesundheitszustand, wird man von der normalen Warteliste auf eine Dringlichkeitsstufe gelistet. Patienten, die auf dieser HU (High Urgency) Liste stehen, müssen sich in dem anmeldenden Transplantationszentrum in stationärer Behandlung befinden. Die Einstufung in die Dringlichkeitsstufe HU trifft der medizinische Dienst der Vermittlungsstelle.

Die Wartezeit für ein Herz beträgt laut der Stiftung "Eurotransplant" derzeit im Schnitt acht bis zehn Monate. Immerhin werden in Deutschland jährlich 400 Herzen transplantiert. Und die Wartezeit für Herz und Lunge zusammen beträgt im Schnitt zwei Jahre. Manchmal ist es so, dass andere Patienten, die weniger lang warten, früher transplantiert werden. Das liegt dann daran, dass das Organ dort besser gepasst hat. Durch die sorgfältige Auswahl wird das Komplikationsrisiko niedriger.

Die Wartezeit ist für alle eine schwierige Zeit. Herausgerissen aus dem Alltag, mit einer ungewissen Zukunft, haben viele Patienten Probleme mit dem täglichen Durchhalten. Dazu kommt die Angst, wie es wohl sein wird, mit einem fremden Organ aufzuwachen. Fragen, warum erst jemand sterben muss, damit man selbst weiterleben kann, etc. beschäftigen die Patienten, wenn sie nichts tun können, als warten.

Hier sind Gespräche oft hilfreich. Sowohl Psychologen, als auch bereits Transplantierte können dem Patienten, und den Angehörigen eine große Hilfe sein. Trauen Sie sich, ihre Fragen zu stellen. Wir helfen gerne weiter.