Rehabilitation nach HTX

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Nach einer erfolgreichen Herztransplantation beginnt der Weg zurück in ein gesundes neues Leben mit dem Aufenthalt in einer Reha Klinik, denn es gibt Besonderheiten, deren Handhabung man erleben muss.

Es besteht einerseits lebenslang die Gefahr der Abstoßungsreaktion, andererseits die Disposition zu Infektionskrankheiten. Beide Komplikationen können durch aufmerksame und verantwortungsvolle ärztliche Kontrolluntersuchungen und Patientenmitarbeit in den meisten Fällen vermieden werden.
 
Organabstossungsreaktion

Das menschliche Immunsystem erkennt Ihr transplantiertes Organ als etwas Fremdes, und versucht es durch eine Abwehrreaktion zu zerstören (abzustoßen).
Deshalb ist eine lebenslange immunsuppressive Therapie notwendig (z.B. mit Sandimmun optoral (Ciclosporin), Imurek, Certican, Prograf oder Cellcept und Cortison). Die Dosierung und Wirksamkeitskontrolle ist die Aufgabe des Arztes, eigenmächtige Dosisänderungen sind nicht erlaubt, weil sie zu schweren Komplikationen führen könnten.
Die ersten Anzeichen einer dennoch auftretenden Abstoßungsreaktion sollten so früh wie möglich erkannt werden, um sie sofort intensiv zu behandeln. Es ist hilfreich daher regelmäßig ein Tagebuch führen mit Eintragungen für Puls, Blutdruck, Gewicht und Temperatur und Beschwerden wie zunehmende Luftnot oder anhaltendes Druckgefühl im Bauch beachten.
Dieses Tagebuch ist für den Arzt und für sie selbst sehr hilfreich bei der Beurteilung des aktuellen Befindens. Weichen die ermittelten Werte deutlich ab, sollten sie sich unbedingt mit ihrer Transplantationsambulanz in Verbindung setzen.
Zögernd Sie nicht, auch abends oder am Wochenende anzurufen. Manchmal können wenige Stunden entscheidend sein.
Ergeben sich Hinweise auf eine Abstoßungsreaktion, so werden Sie gebeten, sofort in die Transplantationsambulanz zu kommen, notfalls werden Sie auch abgeholt.

Infektionen

Durch die immunsuppressive Therapie besteht eine erhöhte Infektanfälligkeit durch Bakterien, Viren oder Pilze. Besondere Vorsicht, vor allem im ersten Jahr nach der Transplantation ist geboten.
Um eine Erkältungskrankheit zu vermeiden, sollten Sie größere Menschenansammlungen meiden und in der Klinik oder Praxis einen Mundschutz tragen.
Gründliche Mundhygiene verhindert eine durch Keime hervorgerufene Infektion der Mundhöhle. Desinfektion von Wunden an der Haut verhütet eine Ausbreitung des Infektionsherdes. Eine gründliche Nahrungsmittelhygiene verhindert Infektionen des Magen-Darm-Trakts, die mit Durchfall, Erbrechen, Übelkeit und Fieber einhergehen und die Aufnahme der Medikamente stören könnten.
Rauchen sollte vermieden werden. Sie bringen damit Ihre neue Chance in Gefahr!
Weitere, im Langzeitverlauf mögliche Nebenwirkungen der Medikamente, die individuell behandelt werden sollten, sind:

  • Bluthochdruck
  • Diabetes mellitus
  • Osteoporose
  • Leber- und Nierenschäden
  • Tumorerkrankungen.

Das rechtzeitige Erkennen ist für ihren Behandlungserfolg entscheidend.

Rehabilitationsziele

Nach der Transplantation haben Sie von den Physiotherapeuten gelernt, dass es eine gewisse Zeit benötigt, die schwache Muskulatur wieder zu stärken. Alle Übungen sollen die Ausdauer, die Muskelkraft und dadurch auch die Reaktionsfähigkeit verbessern.
Eine Besonderheit nach einer Herztransplantation ist das denervierte Herz. 
Das Herz ist nicht mehr an das autonome Nervensystem angeschlossen ist und kann nur verzögert reagieren. Es dauert einfach länger bis sich das Herz auf Belastung, aber auch auf die anschließende Ruhe einstellen kann. 
Starten Sie darum körperliche Aktivitäten langsam und bauen Sie diese langsam auf, damit Puls und Blutdruck genügend Zeit haben sich an die geforderten Belastungen anzupassen
Sportarten, die kurzzeitig hohe Leistung fordern, wie beispielsweite Sprinten, sind nach einer Herztransplantation nicht empfehlenswert, ansonsten aber kein Problem.
Gehen, Wandern, Gymnastik, Wassergymnastik, Radfahren usw. sind für alle Transplantierten empfehlenswert.

Gesunde Ernährung

Der Gesundungsprozess wird durch eine ausgewogene, gesunde Ernährung unterstützt. Sie sollte kochsalzreduziert, cholesterinarm, fettreduziert und zuckerarm sein und dazu reich an Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen, sowie energetisch und inhaltlich bedarfsgerecht.
Durch die gesunde Ernährung kann man Probleme im Langzeitverlauf wie Bluthochdruck, Gewichtszunahme, Diabetes und Arteriosklerose günstig beeinflussen.

Psychologische Betreuung

Nach einer Transplantation brauchen viele Patienten seelische Unterstützung. Die schwerwiegenden Erfahrungen der Erkrankung bleiben nicht ohne Folgen. Auch die neuen Medikamente, können zu seelischem Ungleichgewicht beitragen, dürfen aber keines falls selbstständig geändert werden.
Um mit den Stimmungsschwankungen, mit Angst und Depression und tiefer Traurigkeit fertig zu werden, ist oft professionelle Hilfe durch einen Psychotherapeuten erforderlich.
Meistens sind diese seelischen Beeinträchtigungen vorübergehender Natur, denn die meisten Patienten erleben einen Zustand der deutlich verbesserten Lebensqualität relativ bald nach der Operation.

Zusammenfassung

In der Rehaklinik lernen Sie, die Medikamente selbstständig und regelmäßig einzunehmen. Hier lernen Sie auch Verantwortung für Ihre Gesundheit zu übernehmen. Sie werden jetzt Fachmann in eigener Sache. Sie bestimmen selbst über Ihr Verhalten und damit über Ihre Zukunft.
Sie wissen, dass Alkohol und Nikotin gesundheitsschädigend wirken, und meiden dies. 
Sie wissen, das zu reichliche Ernährung Gewichtsprobleme verursacht, und dass Bewegungsmangel zu Muskel- und Knochenschwäche führt, und machen sich einen entsprechenden Plan.

Selbsthilfe und Patientenvereine

Patientenvereine helfen dabei, sowohl körperlich, als auch seelisch ein Optimum zu erzielen.
Dazu gehört die Wiederaufnahme gewohnter Aktivitäten, auch des Berufes, Teilnahme am gesellschaftlichen Leben, Wiedereingliederung in die Familie und das soziale Umfeld.
Der Austausch mit anderen Transplantierten schafft Stabilität und eine Zukunftsperspektive.
Die Übernahme der Verantwortung für die eigene Gesundheit, Experte werden in eigener Sache und das Erlangen von Kenntnissen über die Besonderheiten einer Transplantation sind für ein langes und gesundes Leben unerläßlich.